Schlankes KDE auf Ubuntu

Bei der EDV im Astropeiler muss gespart werden, denn das Geld ist in der Erhaltung der Technik besser angelegt. Also habe ich in den letzten Tagen einige Experimente mit Linux auf (sehr) schwachen Rechnern gemacht. Der Testrechner ist eine Maschine, wie man sie heute geschenkt bekommt: ein Pentium III 500 MHz mit nur 64 MB RAM, 8 GB Festplatte und einer ATI XPert 98. Für ein aktuelles Linux also ziemlich schwach auf der Brust, dafür braucht er auch nur 50 W unter Vollast.

Es ist sehr einfach, mit Hilfe etwa von IceWM oder auf Basis von DSL eine schlanke und schnelle grafische Oberfläche für einen Linux-Rechner einzurichten. Dabei ist es aber für unerfahrene Nutzer schwierig, etwa mit angeschlossenen USB-Sticks oder Kameras zu arbeiten -- mounten, was ist das?

Heute habe ich deshalb mal versucht, ein aktuelles KDE zu installieren. Dabei bekommt man eine gute Geräteverwaltung mit schönem Frontend und (im Gegensatz zum aktuellen XUbuntu-System) eine komplett eingedeutschte Oberfläche ohne weiteren Aufwand.

KDE

Quelle: Ubuntu Dapper Alternate CD. Im Bootmenü "Einen Server installieren" auswählen, das ergibt ein schlankes, rein textbasiertes Basissystem. Einige wenige überflüssige Pakete (mdadmin, lvm, pcmciautils und so weiter) sind dann zwar dabei, das stört aber (abgesehen von der Startzeit) kaum. Dann:

  • kdebase
  • xserver-xorg
  • xinit
  • xfonts-base

Optional noch

  • kde-i18n-de

für deutsche Sprachunterstützung. Weil alle mögliche als dependency mit installiert wird, belegt dieses Paket unterm Strich aber 134 MB auf der Platte und dürfte damit für sehr kleine Platten keine Alternative sein.

Für grafischen login: in /etc/inittab die Zeile id:2:initdefault: auf Runlevel 5 umbiegen. Ab sofort startet der Rechner bis in Runlevel 5 und zeigt den kdm an.

Erster Login: in kdepersonalizer (wird i.d.R. automatisch gestartet) visuelle Effekte auf Minimum setzen. Virtuelle Arbeitsflächen könnte man ggf. auch ausmachen und den Pager einsparen. Klipper kann man auch deaktivieren. Ansonsten: Startsound und Anmeldebildschirm aus.

Konqueror und Opera kommen als Browser in Frage. Beide fühlen sich anfangs unglaublich träge an, aber wenn erst mal die richtigen Seiten im Speicher liegen, kann man damit arbeiten. Opera fühlt sich wieder mal etwas schneller als alle anderen an.

XFCE

XFCE (bei Ubuntu vorkonfiguriert als xubuntu-desktop zu habe) wird oft als schlanke GNOME-Alternative bezeichnet. Auf dem Testsystem habe ich es mal installiert, für die geplante Verwendung ist es trotzdem nicht ideal: Die Übersetzung der Oberfläche ist lückenhaft, und gerade bei Ubuntu ist das Paket mit vielen (für diesen Zweck) unnötigen Abhängigkeiten belastet.

Obwohl XFCE messbar weniger Speicher als KDE braucht, fühlt es sich nicht schneller an. Weil einige der am Peiler benötigten Programme sowieso auf KDE aufbauen, habe ich den Ansatz mit XFCE nicht weiter verfolgt.

Ergebnis

Wenn man sogar einen so alten Rechner mit so wenig Speicher dazu bringen kann, KDE auszuführen, werde ich es im Peiler wohl einsetzen. So gut wie alle Rechner, an die man heute so rankommt, dürften leistungsstärker als die Testmaschine sein :-)