Es scheint "da draußen" in der kalten, gnadenlosen Arbeitswelt üblich zu sein, sich über die frisch aus der warmen, kuscheligen Uni entsprungenen Informatiker lustig zu machen, "die nicht mal nen Webserver ins Netz hängen können". Die meisten mitlesenden Informatikstudenten werden jetzt denken "...und das ist auch gut so, für solche Sachen gibt's schließlich Fachinformatiker!", ob man das aber später mal seinen Vorgesetzten so einfach vermitteln kann, steht auf einem anderen Blatt.
Bei den Arbeiten an der EDV des Astropeilers "darf" ich gerade, nebenbei und meist auf dem unbequemen Weg, einiges von diesem Administratorenwissen lernen. Die letzten drei interessanten Sachen schreib ich mir lieber mal hier auf, das will ich nicht nochmal per trial and error rausfinden müssen:
- Man kann Standard- und Nonstandard-Patchpanel im Netz mischen. Dabei verwendet man auf beiden Seiten die aufgedruckten Farbreihenfolgen: Auf einer EIA 586A (und nein, dieses ... tolle Schema sieht eben kein paarweises Auflegen vor) und auf der anderen das im Patchpanel aufgedruckte. Den Rest erledigt die Leitungsführung auf den Platinen der Patchpanels.
- Man will Redundanz haben, wenn Rechner ununterbrochen durchlaufen. Bei der Stromversorgung (die unbedingt gegen Über- und Unterspannungen schützen muss und über eine gute USV laufen sollte), bei den Platten und eigentlich auch auf Rechnerebene -- wenn das nicht alles so teuer wäre...
- Wenn's aufs Geld ankommt, geben uralte Systeme der 350 MHz-Generation brauchbare, stromsparende Server ab. Wenn diese Server aber auch noch Plattenplatz brauchen, macht alles, was keine SATAII-Anschlüsse hat, eigentlich keinen Spaß.
Zum Thema Storage habe ich gestern auf Slashdot noch eine interessante Diskussion gefunden. Man stelle sich also hier die üblichen Hinweise ("Slashdot, irgendwelche dahergelaufenen Typen, nicht verlässlich,...") vor und schaue sich dann "Does ZFS obsolete expensive NAS/SANs?" an. Interessante Ideen, die ich für mich mitgenommen habe:
- Für low-budget-Anwendungen, bei denen die Daten nicht unersetzlich sind und die auch mal downtime verkraften, ist ein OpenSolaris-Server mit vielen SATAII-Platten und ZFS vermutlich eine günstige und leistungsstarke Lösung.
- Hardware-RAID ist gar nicht unbedingt so toll: Wenn der Controller kaputtgeht, kann man die Daten mit anderen Controllern nicht wiederherstellen.
- Software-RAID ist gar nicht unbedingt so schlecht: Serverprozessoren sind heute schnell und langweilen sich oft. Außerdem ist es sehr flexibel.
- Mit so was hier bekommt man für wenig Geld, aber mechanisch sauber bis zu 5 Platten in 3 Einbauschächte.
