Über tonnenschwere Kühlkörper und Rechenzentren, die man wegen des enormen Energiehungers direkt neben Kraftwerken plant, schreibt Kristian Köhntopp in The Heat Is On. Der Artikel liest sich gut, man schmunzelt staunend (Casemodder und Hardcore-Gamer bemühen sich vielleicht sogar, beim zustimmenden Nicken einen wissenden Gesichtsausdruck aufzusetzen) und surft dann weiter.
Aber Rechenzentren sind ja nur die "Ballungsräume" des Internets, an denen die Problematik besonders deutlich wird. An jedem Server hängen einige Dutzend bis Hundert völlig unspektakulärer Clients dran. Manche davon haben vielleicht grade eine neue Grafikkarte bekommen, andere eine zusätzliche Festplatte. Manche laufen durch, weil sie als Jukebox genutzt werden, andere, weil große Downloads hereintröpfeln. Und viele davon stehen auch bei Studenten, wo sie daneben noch Schreibmaschine spielen. Eigentlich alles Aufgaben, bei denen sich der Rechner langweilt und völlig unnötig seine 150 oder 300 Watt verbraucht.
Andererseits -- wenn dann die in Eclipse zu lösende Java-Programmieraufgabe ansteht, man etwas in Google Earth nachschauen will oder man eben doch mal spielen will, soll der Rechner ja auch die entsprechende Leistung bereitstellen...
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Anforderungen an die PC-Ausstattung von Studenten und des schlechten finanziellen Gefühls in Zeiten von Studiengebühren und Landeskinderregelungen wollen wir uns überlegen, wie Studenten möglichst preiswert ihre Computerbedürfnisse decken können. Ich will mal versuchen, das mit einer älteren Idee von mir zu kombinieren: Kann man einen fürs Studium geeigneten, preiswerten Rechner zusammenstellen, der inklusive Peripherie unter 60 W verbraucht? Diese Leistungsgrenze ist zugegeben etwas beliebig, aber "braucht so viel wie eine normale Glühbirne" kann man sich eben gut vorstellen.
Im Einzelnen hieße das:
- Preisgünstige, aber ergonomische Technik (Studenten sind
geizigarm, sitzen aber ggf. viel und lang am Rechner), womit Laptops ausscheiden dürften - Günstiger, einfacher Netzzugang
- Mobil nutzbar; Zugriff auf Uni-Ressourcen und private Daten sicher und flexibel (dazu muss nicht unbedingt das Gerät selbst transportabel sein, mit einer geeigneten Softwareauswahl dürfte man das kompensieren können)
- Trotzdem gewisse Leistungsreserven (Rechenleistung für Informatiker und Physiker, 3D für Computervisualisten und den Rest der Welt, der mal spielen will)
Dabei müsste man sich auch noch detailliert mit sinnvoller Software und verschiedenen Internetzugängen beschäftigen. Interessant. Aber "e saug'schäffd".
