UKW-Tagung: Wozu Elektronik, wenn es Software gibt? Und wozu Autos, wenn es Züge gibt?

Na ja, natürlich braucht man immer Elektronik, wenn man funken will. Aber zwei Vorträge bei der diesjährigen UKW-Tagung ins Bensheim bei Weinheim haben dem Technoinformatiker in mir so richtig gut getan:

  • Achim Vollhardt, DH2VA, stellte das Projekt HPSDR (High Performance Software Defined Radio) vor, das eine "richtig gute" SDR-Plattform für den Amateurfunk entwickelt. Eingebauter, guter A/D-Wandler, sehr ordentliche Konzeption und ein wahnsinnig schnelles Entwicklungstempo - wenn ich mal viiiiel Zeit habe, hänge ich mich da rein. Versprochen ;-)
  • Gegen Ende des Vortragsprogramms stellte Pieter-Tjerk de Boer, PA3FWM, einen selbst ge- ähm... gehackten SDR-Transceiver für die Kurzwelle vor. "Gebaut" hätt's in diesem Fall nicht wirklich getroffen, PA3FWM ist ein Hardware-Hacker im allerbesten Sinne: Die Abstimmung von Bandbreite und Frequenz ging z.B. über die optischen Drehgeber in einer geöffneten Computermaus - einfach die Walzen drehen :-) Note to self: Er suchte noch eine einfache Möglichkeit, 200-500 MBit/s zum Rechner zu übertragen. Außerdem: FPGAs scheinen gar nicht so schlimm zu sein...

Dass die beiden Vorträge von Achim und Pieter-Tjerk so weit auseinander lagen (9:00 bzw. 15:00), hat dann dazu geführt, dass dieser Tag der wohl verpeilteste in diesem Semester wurde... Weil ich meiner Lichtmaschine die lange Fahrt wirklich nicht zumuten wollte, durfte ich um 4 aufstehen und um 5:33 ging's mit dem IC (der praktischerweise in Gestalt eines ICE 3 daherkam) vom Koblenzer Hauptbahnhof nach Frankfurt und von dort nach Bensheim. Nach Achims Vortrag musste ich dann erst mal durch forcierte Kalorien- und Koffeinaufnahme im Burger King neben dem Tagungsgelände sicherstellen, dass ich den Rest der Tagung noch erleben konnte... Leider war der Flohmarkt nicht allzu groß, so dass ich noch zwei Stunden Leerlauf überbrücken musste, bis es mit interessanten Vorträgen weiterging.

Die Rückfahrt hatte ich als Bahn-Unerfahrener viel zu großzügig geplant, so dass ich erst gegen neun wieder in Koblenz war. Feststellungen: ÖPNV-Nutzung zwischen zwei Orten mit Bahnhöfen ist erstaunlich erträglich geworden. Die ÖBB (mit deren EC es von Frankfurt zurück nach Koblenz ging) können viel bessere Inneneinrichtungen bauen als die DB. Bei Fahrten mit dem Sparpreis 50 stimmt ausnahmsweise auch (subjektiv betrachtet) das Preis-Leistungs-Verhältnis. Und Umsteigezeiten muss man im Fernverkehr nicht so wahnsinnig großzügig planen. Trotzdem braucht man einfach viel länger als mit dem Auto, und wenn man nicht ans Arbeiten im Zug gewohnt ist, ist diese Zeit verloren.