Manchmal hat man die großen Probleme der Welt direkt vor der Haustür: Das Regierungspräsidium Stuttgart hat heute einer christlichen Gruppe die Gründung einer Privatschule in Hohenlohe erlaubt, in der den Schülern Unterricht nach... na, sagen wir, konservativen Moralvorstellungen gegeben werden soll. Die Interessengruppe hat als Auflage bekommen, auch über die Evolutionstheorie zu reden, was sie ursprünglich wohl nicht vorhatten. Wie kommt man in einer Schule ohne Evolutionstheorie aus?
Solche Fälle gab es in den letzten Jahren besonders in den USA. Viele Eltern sind dort der Ansicht, dass die Evolutionstheorie der Schöpfungslehre widerspricht. Sie verbieten ihren Kindern den Schulbesuch, weil sie Angst vor der "unchristlichen" Ausbildung in den öffentlichen Schulen haben, und unterrichten sie nach eigenen Vorstellungen. Ob das der Entwicklung der Kinder gut tut, kann ich nicht sagen, und auch in die Moralvorstellungen anderer Leute will ich nicht reinreden -- nicht jeder ist in der Lage, detailliert über gesellschaftliche Normen nachzudenken, das Festhalten an einem bewährten Moralkodex ist da sicher einfacher und alltagstauglicher.
Aber was mir ernsthaft Sorgen macht, ist, dass wir im schon immer christlich-konservativ geprägten Hohenlohe jetzt also Kreationisten haben, die ihren Kindern verbieten wollten, sich mit der Evolutionstheorie auseinanderzusetzen. Denn bei Kreationisten habe ich immer den Verdacht, es mit sehr irrationalen Menschen zu tun zu haben, die über ihr Tun nicht nachdenken. Warum diese Pauschalisierung? Weil es bei der Frage, ob das Leben auf der Erde durch Evolution oder den biblischen Schöpfungsakt entstanden ist, nicht um Glauben geht. An die Evolutionstheorie kann man nicht glauben. Sie ergibt sich, wenn man bestimmte Schlussregeln auf Beobachtungen unserer Umwelt anwendet.
Ich behaupte, dass Kreationisten entweder keinen bibeltreuen Glauben oder eine "hidden agenda" haben. Denn Gott, das ist im Christentum klar, ist allmächtig. Gott kann Dinge tun, die wir Menschen nicht begreifen können -- weder das Motiv, noch die Ausführung oder gar die Tat selbst. Er kann also die Welt und unseren Geist in sechs Tagen erschaffen haben und es trotzdem für uns so aussehen lassen, als hätte es eine Evolution gegeben. Deshalb spricht man ja auch von der Evolutions
Wenn sie das nicht wollen, bleibt nur noch eine Erklärung: Wir hätten es mit einer Gruppe von Leuten zu tun, die sich hinter einer Mauer aus menschengemachten Regeln verschanzen wollen, um nicht über die Welt nachdenken zu müssen. Ob aus Angst oder Unfähigkeit, sei dahingestellt. Schlimm fände ich in diesem Fall, dass sie zur Begründung ihres Lebensstils ausgerechnet das Christentum, also eine der Religionen, die Freiheit betont, heranziehen.
Leute: Lehrt euren Kindern eure Religion, eure Wertvorstellungen, eure Tradition. Sagt ihnen, warum das gute Ideen sind. Aber verbietet ihnen nicht zu denken, weil ihr selbst euch davor fürchtet.

Hi, ich bin bestimmt kein
Hi,
ich bin bestimmt kein Kreationist.. halte die Evolutionstheorie für die momentan beste Erklärung, die wir Menschen dazu liefern können... trotzdem widerspreche ich dir an einem Punkt deutlich:
"An die Evolutionstheorie kann man nicht glauben. Sie ergibt sich, wenn man bestimmte Schlussregeln auf Beobachtungen unserer Umwelt anwendet."
falsch.. es handelt sich hierbei um eine Theorie! .. Es gibt keinen Beweis dazu, dass dies zutreffend ist.. und somit ist es ebenfalls nur ein Glaube daran.. auch wenn einiges dafür spricht.. aber auch ein paar Dinge dagegen..
es ist wie bei so vielem: umso intensiver man sich damit beschäftigt, desto mehr Fragen kommen auf.. vgl. Urknalltheorie..
und eins noch: bitte sei vorsichtig, wenn du vom Christentum sprichst.. der Kreationismus wir von dem Großteil der Christen abgelehnt (darunter die protestantische Kirche und sogar die bösen Katholiken inklusive Papst)
Gruß
Anonym