“Als Abgeordneter bin ich oft ein gefährlich Halbwissender”

Ein Abgeordneter schildert in einem schon einige Wochen alten Artikel in der Süddeutschen Zeitung, wozu Überlastung und Fraktionszwang führen:

Düstere Aussichten

Ich denke, auch bei der Abstimmung zur Vorratsdatenspeicherung waren Halbwissen und schüchternes Karrieredenken maßgebend. Man kann Abgeordneten deshalb Vorwürfe machen. Mir scheint aber, dass es sinnvoller wäre, ihnen durch grundsätzlich geheime Abstimmungen die Möglichkeit zu geben, sich ohne Angst vor schlechten Schlagzeilen und Kritik aus der Fraktionsspitze gegen die offizielle Meinung ihrer Fraktion zu stellen.

Außerdem sollte man sich seitens der Datenschutzaktivisten auch mal Gedanken um effizientere Informationsarbeit machen. Kein Abgeordneter der Kugelschreiber-Generation kann sich "nebenbei" in das Denken der aktiven Netizens einarbeiten. Überhaupt kann sich niemand jede Woche in praktisch alle Aspekte des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens einarbeiten und informiert darüber abstimmen...

(Link via c0t0d0s0)