Natürlich sind diese alten Maschinen keine optimale Plattform, um darauf Windows Vista laufen zu lassen. Aber ist Linux wirklich schneller? Die Standardantwort auf Fragen wie "ich habe hier einen $ALTENRECHNER und möchte ein flottes System drauf installieren" lautet meistens "klar, Linux mit Fluxbox, Dillo als Browser,...". So ein System ist z.B. Damn Small Linux (DSL).
Das Problem: Die Bedienung solcher einfacher Programme ist meistens nicht intuitiv. An einem Arbeitsplatzrechner, an den sich Leute "einfach ransetzen" können sollen, müssen manche Sachen doch eher wie unter Windows funktionieren. Eingesteckte USB-Speichergeräte müssen automatisch erkannt, gemountet und angezeigt werden, es muss ein grafischer Dateimanager angeboten werden und so weiter. Auch die Einschränkungen, die Dillo im Vergleich zu einem Browser wie Firefox oder Opera mit sich bringt, kann man höchstens sich selbst an seiner eigenen Maschine zumuten.
Wenn man also einen gewissen Grad an Komfort fordert, ist man schnell wieder bei den klassischen Desktopumgebungen KDE, GNOME und XFCE. Ich habe auf einem Pentium III mit 500 MHz und 128 MB RAM Messungen gemacht. Dabei schnitt das oft als Bloatware verschriene KDE (Version 3.5.8) überraschend gut ab: So lange man sich auf KDE-Programme beschränkt, kann man damit auch auf dieser alten Hardware in erträglichem Tempo arbeiten.
Weil man aber doch öfters mal GTK-Anwendungen braucht, habe ich mich dann für XFCE entschieden. So viel schneller als alle anderen, wie oft behauptet wird, war es bei diesen Messungen nicht, aber doch deutlich schneller als das Schlusslicht GNOME.
Eine genauere Beschreibung der Vergleichstests und die Messwerte werde ich noch nachtragen.
Alle Desktopumgebungen waren mir so, wie sie bei Ubuntu oder Debian fertig vorbereitet aus den Repositories kommen, zu langsam. In Anlehnung an die Idee von StemDesktop habe ich mir eine eigene, möglichst minimale Paketauswahl für ein XFCE-System unter Debian Etch zusammengestellt.
