Dieses Board war die Grundlage meines ersten PCs. Darin werkelte ein 486 DX2/66 von Cyrix mit 8 MB RAM, einer VL-Bus-Grafikkarte mit 1 MB (erst eine Trident, dann eine Spea V7 Vega Plus) und anderen netten alten Sachen, die man aber alle nicht groß konfigurieren konnte und die deshalb hier eher uninteressant sind.
Die Mainboards dieser Generation waren richtige Jumperfriedhöfe. Entsprechend viel gibt es auch hier zu stecken, bis eine bestimmte Hardwarekomponente mit dem Board zusammenarbeitet. Besonders wichtig dürften diese Angaben sein, wenn der Prozessor getauscht werden soll.
Jumpereinstellungen
Prozessor- und Takteinstellungen
Wichtig: Wenn auf dem Board ein Prozessor mit 3,3 V Kernspannung installiert werden soll, muss auf dem Anschluss direkt oberhalb des Prozessorsockels eine passender Spannungsregler auf einer separaten Platine installiert sein. Das Board erlaubt keine Wahl der Kernspannung mit Jumpern!
| Jumper | 486SX / P23S (PGA) | P24S / P4S / P24C# / Am486DX / IntelDX2 (PGA) | P24CT / P24T(PGA) | Cx486S (M6)(PGA) | CX486DX (M7) / Cx486S+ / Cx487S (M6+C6)(PGA) | P24D (PGA) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| JC1, JC2 | 2-3 | 1-2 | 1-2 | 2-3 | 1-2 | 1-2 |
| JC3 | offen | offen | gesetzt | offen | offen | offen |
| JC4 | 1-2 | 1-2 | 2-3 | 1-2 | 1-2 | 2-3 |
Und dasselbe nochmal, diesmal kommen die Programmierwiderstände ins Spiel und die Einstellungen gelten für etwas andere Gruppen von Prozessoren. Falls bei Ihrem Board noch kein Widerstand eingesetzt sein sollte: Der Punkt, der auf einer Seite des Widerstands aufgedruckt ist, zeigt - zumindest bei mir - in Richtung des Prozessorsockels. Bei sehr genauem Hinsehen von der Seite kann man unter den Widerstandssockeln einen Aufdruck erkennen, der den Pin, zu dem der Punkt zeigen muss, mit einem Querstrich abteilt. Das ist natürlich die sicherere Methode, allerdings ist dieser Querstrich nur schwer zu erkennen.
| Jumper | P23S / P4S / P24S / P24T (PGA) | 486SX / DX / Intel DX2 (PGA) | Cx486S / DX (PGA) | P24C / P24D / P24CT (PGA) | Am486DXL |
|---|---|---|---|---|---|
| JC5,JC6 | gesetzt | offen | offen | gesetzt | offen |
| RN20 | offen | offen | offen | offen | gesetzt |
| RN21 | offen | offen | offen | gesetzt | offen |
| RN22 | offen | offen | gesetzt | offen | offen |
Takt- und Multiplikatoreinstellungen
Falls jemand Overclocking-Versuche mit diesem Board machen will, hier die entsprechende Tabelle:
| Jumper | Pin Definition |
|---|---|
| J20 | P24C Clock Select 3X - Offen 2X - 1-2 2,5X - 2-3 |
| JCX2 | 1-2: IntelSL, others (default) 2-3: Cyrix CX486SX/DX/P24D (CPUs mit internal writeback) |
| JX1 | 2-3 (Werkseinstellung) |
| JP2 | 2-3 (Werkseinstellung) |
| JP1 | 2-3 (Werkseinstellung) |
| J30 | Für AMD 486DXL2/L4 2X: gesetzt 3X: Offen |
Neben den Multiplikatoren muss man natürlich auch die eigentliche Taktgeschwindigkeit einstellen können. Dabei muss man aber daran denken, dass diese Einstellung direkt die Taktfrequenz der ISA-Slots beeinflusst - billige Karten können da Probleme bekommen. Ich habe mir sagen lassen, dass die 486DX50-er an diesem Problem gescheitert sind...
| CLK2 | JK1 | JK2 | JK3 | JK4 |
|---|---|---|---|---|
| 50 MHz | 2-3 | 1-2 | 2-3 | 2-3 |
| 40 MHz | 1-2 | 1-2 | 2-3 | 1-2 |
| 33,3 MHz | 2-3 | 2-3 | 1-2 | 1-2 |
| 25 MHz | 2-3 | 1-2 | 2-3 | 1-2 |
Diese Tabellen habe ich aus dem Handbuch des Mainboards übernommen. Ich muss zugeben, dass mir einige Prozessorbezeichnungen nicht bekannt sind, vor allem die mit P beginnenden.
Nach einem Hinweis von Martin Ramsch auf ein Posting von Rolf Siebrecht in de.comp.hardware.pc.cpu+mainboard ist mittlerweile aber das Rätsel um die einzusetzenden Bauelemente mit der Bezeichnung 8PR40Ω gelöst: Es handelt sich um 4 Kurzschlussbrücken im 8-poligen Gehäuse.
Allgemeine Hardwareeinstellungen
| Jumper | Einstellungen |
|---|---|
| J2 | Offen: Mono/EGA/VGA (Vorgabe) Gesetzt: Farbe |
| J3 | 1-2: Externe Batterie 2-3: Interne Batterie |
| J4 | Local IDE Select 1-2: Aktivieren (Vorgabe) 2-3: Deaktivieren |
| J5, J6 | HDD Geschwindigkeit (nur VT83C461/PDC 20230) Geschw. 0: J5 auf 2-3, J6 auf 2-3 Geschw. 1: J5 auf 1-2, J6 auf 2-3 (Vorgabe) Geschw. 2: J5 auf 1-2, J6 auf 1-2 |
| J7 | Kurz setzen, um Passwort zu löschen |
| J9 | Local HDD_BALE Gesetzt: Aktiv Offen: Inaktiv (Vorgabe) |
| J10 | Local HDD_IOCHRDY Gesetzt: Aktiv Offen: Inaktiv (Vorgabe) |
| J26 | ISA HDD_BALE Gesetzt: Aktiv Offen: Inaktiv (Vorgabe) |
| J27 | ISA HDD_IOCHRDY Gesetzt: Aktiv Offen: Inaktiv (Vorgabe) |
| J31 | Onboard-Gameport Gesetzt: Aktiv Offen: Inaktiv |
| JT1 | P24T / P24CT / P24D Umschaltung Write-Back / Write-Through Gesetzt: Write-Back Offen: Write-Through (Vorgabe) |
Onboard I/O Einstellungen
Das Board hat zwei serielle, einen parallelen und einen Gameport sowie die üblichen zwei IDE-Kanäle und einen Floppy-Anschluss onboard. Wenn, z.B. wegen eines defekten FIFOs, eine externe I/O-Karte verwendet werden soll, können die Onboardanschlüsse mit diesen Jumpern deaktiviert werden. Ausserdem ermöglichen sie, die Portadresen zu konfigurieren.
Hexadezimale Adressen wie 3E8 stehen in der folgenden Tabelle für „Port ist aktiv und verwendet die angegebene Adresse”.
| Jumper | Funktion | Einstellungen |
|---|---|---|
| JA, JB | RS-232 I (erster COM-Port) |
Ausgeschaltet: JA 1-2, JB 1-2 3E8: JA 1-2, JB 2-3 3F8: JA 2-3, JB 1-2 (Vorgabe) 2E8: JA 2-3, JB 2-3 |
| JC, JD | RS-232 II (zweiter COM-Port) |
Ausgeschaltet: JC 1-2, JD 1-2 2E8: JC 1-2, JD 2-3 2F8: JC 2-3, JD 1-2 (Vorgabe) 3E8: JC 2-3, JD 2-3 |
| JE, JF | LPT 1 | Ausgeschaltet: JE 1-2, JF 1-2 378: JE 1-2, JF 2-3 (Vorgabe) 278: JE 2-3, JF 1-2 3BC: JE 2-3, JF 2-3 |
| JG | IDE | Aktivieren: JG 2-3 Deaktivieren: JG 1-2 |
| JH | Floppy Controller | Aktivieren: JH 2-3 Deaktivieren: JH 1-2 |
| JI | LPT OE | O/P-Port: Gesetzt Bidirektional: Offen |
| Die folgenden Angaben gelten nur, wenn das Board mit einem W83787 / 83777 ausgestattet ist. Dieser Chip sitzt links zwischen den SIMM-Bänken und dem obersten ISA-Slot und sollte entsprechend beschriftet sein. | ||
| JW3, JW4 | Betriebsmodus des Druckerports | Printer: JW3 2-3, JW4 2-3 EPP/SPP: JW3 2-1, JW4 1-2 EPP/ECP: JW3 1-2, JW4 2-3 EXT2FDD: JW3 1-2, JW4 1-2 Empfehlenswert ist EPP/ECP (belegt allerdings einen DMA-Kanal, siehe nächste Einstellung) oder EPP/SPP |
| JW5, JW6 | ECP Mode | DMA 1: JW5 1-2, JW6 1-2 DMA 3: JW5 2-3, JW6 2-3 Diese Einstellung legt den DMA-Kanal für ECP fest |
Anschlüsse auf dem Board
(E)ISA- und VL-Bus-Steckplätze
Das 486-GIO-VT2 bietet neben drei (E)ISA-Slots und zwei (damals recht fortschrittlichen und für Grafikkarten durchaus wichtigen) VL-Bus-Steckplätzen auch einen 8-bittigen kurzen ISA-Slot, der sich ideal zur Installation einer LBA-Enhancer-Karte eignet (vgl.den Hinweis zum Einbau großer Platten).
Laufwerksanschlüsse
Das Board stellt die üblichen zwei IDE-Anschlüsse (hier mit den PIO-Modi 1-4) und einen Anschluss für Diskettenlaufwerke zur Verfügung.
SIMM- und Cache-Sockel
Unter den IDE-Anschlüssen sind vier SIMM-Sockel montiert, die mit bis zu 64 MB (4x16 MB) bestückt werden können. Falls Sie noch keine Erfahrung damit haben, sollten Sie die Tipps zur Montage von SIMMs beachten.Cachemodule können in die freien Chipsockel direkt eingesetzt werden, wobei auf ein korrektes Tag-RAM-Modul zu achten ist.
Schnittstellen
Wie erwähnt, bietet das Board Anschlüsse für COM-, LPT- und Gameports. Sie sind als Pinleisten ausgeführt, auf die die üblichen Flachstecker passen. Beim Anschluss von RS-232-Buchsen an Onboard-Steckerleisten gibt es allerdings eine Fehlerquelle,
die in diesem Hinweis genauer beschrieben ist.
Stromversorgung
Das Board wird über normale AT-Stecker vom Netzteil mit Strom versorgt. Beim Einstecken muss man unbedingt die richtige Polung der Stecker beachten.
Anschlüsse für Gehäusekomponenten
Die im Gehäuse eingebauten LEDs und Schalter werden wie üblich an Pfostenstecker angeschlossen.
