Verfasst von jstarek am 24. September 2006 - 20:45.
Ich korrigiere den gestrigen Eintrag: Bahnfahren kann immer noch ziemlich stressig sein. Mal einfach so mit dem Rheinland-Pfalz-Ticket von Engers über Koblenz nach Trier und zurück? Klingt gut, die Bahn bietet konkurrenzfähige Fahrzeiten und 23 EUR sind ein anständiger Preis.
Wenn man dann aber in Engers am Bahnhof erst mal nicht mit 50 EUR-Scheinen zahlen kann, weil die Automaten "so große Scheine" nicht annehmen (Hallo? Der Schein ist das doppelte des Fahrpreises wert, ist es zu viel verlangt, so was gewechselt zu kriegen?), wird's stressig: Schnell zum Bankautomat, 25 EUR abheben, schnell zurück, Ticket kaufen.
Pünktlich im Moment der planmäßigen Abfahrt kommt... nicht der Zug, sondern eine Lautsprecherdurchsage: Der Zug habe 20 Minuten Verspätung. Es wird wieder stressig: Schnell in Trier anrufen und die Verspätung ankündigen, denn der Anschluss in Koblenz HBF klappt so nicht mehr. Oh... Telefonnummer nicht zur Hand. Schnell nach Hause fahren, Telefonnummer einspeichern, einen Blick in den Online-Fahrplan: Sch...ade, weil ich mit dem RLP-Ticket auf den Nahverkehr angewiesen bin, kommt nicht nur eine, sondern gleich zwei Stunden Verspätung auf mich zu. Auf der Moseltalstrecke fahren die RE-Züge nur im Zweistundentakt...
Der Servicemitarbeiter in Koblenz kann auch nicht helfen: Bei diesen "billigen Angeboten" könne man nicht mit Service rechnen. Billiges Angebot? Hmmm... So billig finde ich es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, denn eigentlich kann ich die Fahrt jetzt auch bleiben lassen. Das wären dann 23 EUR für zwei Stunden rumhetzen gewesen - das geht auch billiger.
Aus Trotz trete ich die Fahrt doch an. Kurz nach Cochem erreicht mich ein Anruf: Aus dem Treffen in Trier wird nichts. Darüber bin ich zwar nicht glücklich, kann es aber auch nachvollziehen: sich zwei zusätzliche Stunden in Trier rumzutreiben, muss nicht unbedingt was angenehmes sein.
In Trier folgt ein kurzer Kontrollgang über den Bahnhof (wirklich niemand mehr da) und die umgehende Rückfahrt mit dem schon wartenden RE. Tja...
Nächster Ärger: Da sich die Fußballclubs von Koblenz und Kaiserslautern beide in der 2. Liga niedergelassen haben (wenn sie auch aus unterschiedlichen Richtungen kamen :-)), hat auch Koblenz jetzt das Problem, dass man abends gelegentlich von besoffenen "Fußballfans" angepöbelt wird. Müssen die wirklich mit demselben Bus wie ich fahren? Ja, sie müssen. Mist...
Und eigentlich kann man bei der ganzen Sache auf niemanden sauer sein - die Bahn lässt ihre Züge ja nicht absichtlich verspätet fahren. Allenfalls die Information der "Beförderungsfälle" war mies. Eine so große Verspätung hätte der Engerser FDL meinetwegen auch gern 10 Minuten früher ankündigen können, dann hätt's noch gereicht, ein Taxi zu rufen. Es wird höchte Zeit, dass diese tolle Idee (ich darf das sagen, denn ich hatte sie auch schon :-)) von Google auf die Handys der Bahnnutzer kommt: Google Public Transit ist ein (neuer, experimenteller, Beta-) Dienst, der Fahrplaninformationen mit Google Maps verknüpft.
Jetzt stelle ich mir ein Smartphone mit GPS oder Galileo-Fähigkeit vor, das weiß, wo ich bin, wo ich hin will, wie spät es ist und welche Züge / Busse / Fähren ich jetzt nehmen muss. Ein solches System könnte dynamisch auf Verspätungen reagieren und vor allem (das fände ich am praktischsten) könnte es mir in einer fremden Stadt sagen, wie ich zu meiner Zieladresse komme. Woher soll ich wissen, dass ich, um vom Bahnhof zur Uni Koblenz (Universitätsstraße 1) zu kommen, mit der Linie 3 oder 20 bis zur Haltestelle "Winninger Straße" fahren muss?
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