Unterwegs

Vier Tage hinterm Deich

Gestern ging mein diesjähriger Mini-Urlaub zu Ende: Vier Tage mit zwei Fachschaftskolleginnen in den Niederlanden, direkt am Meer. Mit überraschend gutem Wetter für die Jahreszeit, richtig leckerem Essen und Wind...

Leuchtturm Breskens

Das Ferienhäuschen stand (leider) nicht einsam in der Pampa, sondern in einer Ferienhaussiedlung in Breskens, aber weil es den anderen Mietern wohl noch zu kalt war, hatten wir trotzdem unsere Ruhe und konnten es uns gutgehen lassen -- in Ferienhausküchen kocht sich's doch viel besser als im Hotel. Ein Paar hundert Meter Richtung Norden ist der Sandstrand, weiter hinter dem Meeresarm liegt Vlissingen (Colonization-Spieler werden sich erinnern ;-)) mit einem überraschend großen Hafen.

Sonnenuntergang am Strand von Breskens

Interessante Beobachtungen unterwegs:

  • Holländische Verkehrsplaner haben lustige Vorstellungen von übersichtlichen Straßenkreuzungen. Aber abseits der Autobahnen darf man eh nur 80 fahren (was alle drei Kilometer kontrolliert wird) und hat Zeit, sich umzuschauen.
  • Auf dem Cap Blanc Nez kann es richtig stürmisch werden. Doppelt ungünstig, wenn man in Sturm und Regen hochmarschiert, nach der Hälfte des Wegs wegen des eiskalten Regens aufgibt und dann zurück auf dem Parkplatz merkt, dass der Regen gerade aufhört...
  • Manchmal können Mitfahrerinnen ganz schön fies zu anderen Verkehrsteilnehmern sein ;-)

Bei der Mondfinsternis am Samstag hatten wir Glück mit dem Wetter, aber natürlich hatte ich mein Stativ zu Hause gelassen. Deshalb reicht's hier nur zu einem Bild mit dem Mond im "Normalbetrieb":

Mond in den Dünen

Tja, und unser erklärtes Urlaubsziel, nämlich "Pommes essen. In Belgien." haben wir leider verfehlt -- bevor wir nach Ieper fahren konnten, haben wir uns am Cap die Klamotten so verschlammt, dass wir nicht mehr vorzeigbar waren. Ich fürchte, wir müssen da nochmal hin ;-)

Ein Herz für Modemnutzer

Bei einem Aufenthalt zu Hause (im Land jenseits des Breitbandzugangs) entdeckt: Google Mail hat ein Herz für Modemnutzer!

Google Mail: Langsame Verbindung?

Die im Hintergrund geladene Seite hat einfach etwas sehr viel Band"breite" verschlungen, und nach etwa 4 Minuten erhält man dann diesen netten Hinweis... Ihn zu ignorieren lohnt sich übrigens, denn (im Gegensatz zu den ganzen Freemailern mit ihrer nervigen Grafikwerbung) kann man den größten Teil von Googles Online-Mailprogramm im Cache halten. Der nachfolgende Aufruf überträgt grade mal 80 kB, bis man seine Mailübersicht vor sich hat - das ist so viel wie ein einzelnes Werbebanner bei GMX&Co.! Elegant, das.

Wozu ÖPNV, wenn’s Autos gibt?

Ich korrigiere den gestrigen Eintrag: Bahnfahren kann immer noch ziemlich stressig sein. Mal einfach so mit dem Rheinland-Pfalz-Ticket von Engers über Koblenz nach Trier und zurück? Klingt gut, die Bahn bietet konkurrenzfähige Fahrzeiten und 23 EUR sind ein anständiger Preis.

Wenn man dann aber in Engers am Bahnhof erst mal nicht mit 50 EUR-Scheinen zahlen kann, weil die Automaten "so große Scheine" nicht annehmen (Hallo? Der Schein ist das doppelte des Fahrpreises wert, ist es zu viel verlangt, so was gewechselt zu kriegen?), wird's stressig: Schnell zum Bankautomat, 25 EUR abheben, schnell zurück, Ticket kaufen.

Pünktlich im Moment der planmäßigen Abfahrt kommt... nicht der Zug, sondern eine Lautsprecherdurchsage: Der Zug habe 20 Minuten Verspätung. Es wird wieder stressig: Schnell in Trier anrufen und die Verspätung ankündigen, denn der Anschluss in Koblenz HBF klappt so nicht mehr. Oh... Telefonnummer nicht zur Hand. Schnell nach Hause fahren, Telefonnummer einspeichern, einen Blick in den Online-Fahrplan: Sch...ade, weil ich mit dem RLP-Ticket auf den Nahverkehr angewiesen bin, kommt nicht nur eine, sondern gleich zwei Stunden Verspätung auf mich zu. Auf der Moseltalstrecke fahren die RE-Züge nur im Zweistundentakt...

Der Servicemitarbeiter in Koblenz kann auch nicht helfen: Bei diesen "billigen Angeboten" könne man nicht mit Service rechnen. Billiges Angebot? Hmmm... So billig finde ich es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, denn eigentlich kann ich die Fahrt jetzt auch bleiben lassen. Das wären dann 23 EUR für zwei Stunden rumhetzen gewesen - das geht auch billiger.

Aus Trotz trete ich die Fahrt doch an. Kurz nach Cochem erreicht mich ein Anruf: Aus dem Treffen in Trier wird nichts. Darüber bin ich zwar nicht glücklich, kann es aber auch nachvollziehen: sich zwei zusätzliche Stunden in Trier rumzutreiben, muss nicht unbedingt was angenehmes sein.

In Trier folgt ein kurzer Kontrollgang über den Bahnhof (wirklich niemand mehr da) und die umgehende Rückfahrt mit dem schon wartenden RE. Tja...

Nächster Ärger: Da sich die Fußballclubs von Koblenz und Kaiserslautern beide in der 2. Liga niedergelassen haben (wenn sie auch aus unterschiedlichen Richtungen kamen :-)), hat auch Koblenz jetzt das Problem, dass man abends gelegentlich von besoffenen "Fußballfans" angepöbelt wird. Müssen die wirklich mit demselben Bus wie ich fahren? Ja, sie müssen. Mist...

Und eigentlich kann man bei der ganzen Sache auf niemanden sauer sein - die Bahn lässt ihre Züge ja nicht absichtlich verspätet fahren. Allenfalls die Information der "Beförderungsfälle" war mies. Eine so große Verspätung hätte der Engerser FDL meinetwegen auch gern 10 Minuten früher ankündigen können, dann hätt's noch gereicht, ein Taxi zu rufen. Es wird höchte Zeit, dass diese tolle Idee (ich darf das sagen, denn ich hatte sie auch schon :-)) von Google auf die Handys der Bahnnutzer kommt: Google Public Transit ist ein (neuer, experimenteller, Beta-) Dienst, der Fahrplaninformationen mit Google Maps verknüpft.

Jetzt stelle ich mir ein Smartphone mit GPS oder Galileo-Fähigkeit vor, das weiß, wo ich bin, wo ich hin will, wie spät es ist und welche Züge / Busse / Fähren ich jetzt nehmen muss. Ein solches System könnte dynamisch auf Verspätungen reagieren und vor allem (das fände ich am praktischsten) könnte es mir in einer fremden Stadt sagen, wie ich zu meiner Zieladresse komme. Woher soll ich wissen, dass ich, um vom Bahnhof zur Uni Koblenz (Universitätsstraße 1) zu kommen, mit der Linie 3 oder 20 bis zur Haltestelle "Winninger Straße" fahren muss?

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Essen wie wir in Frankreich

Abgesehen davon, dass die Biere keinem Reinheitsgebot entsprechen (wodurch man eine riesige Auswahl von extrem unterschiedlichen Getränken bekommt, die an das, was zu Hause Bier heißt, nur entfernt erinnern), kann man hier richtig gesunde Sachen kaufen. Oder man macht es so wie wir und holt sich nur die leckeren...

Wochenanfangseinkäufe

Landesgrenze? Wuschsch…

Während in Deutschland die Idee, nachts gemütlich über die leeren Straßen zu rollen, noch ganz brauchbar ausgesehen hat, sind wir heute morgen doch zur Überzeugung gekommen, dass Autobahnen gegenüber den routes nationales so ihre Vorteile haben. Das merkt man im strömenden Regen und/oder bei Nebel, wenn man über die kaum markierten und mies beschilderten Straßen allenfalls noch mit 80 fahren kann...

Aber zum Ausgleich hat es hier, auch wenn wir eigentlich im Nord-Pas-de-Calais sind, richtig schönes schottisches Rasenschonwetter: Dauerregen unterbrochen von Schauern.

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